Introducing Forschungsprojekt
EVIDENT-Eye
Evidenzbasierte Versorgung aus der klinischen Praxis
✦ Innovation
Forschung aus Verantwortung für bessere Versorgung
Medizinischer Fortschritt entsteht nicht nur in Laboren oder Universitätskliniken, sondern vor allem dort, wo Versorgung täglich stattfindet. Als familiengeführtes Fachkrankenhaus für Augenheilkunde verfolgt die Augenklinik Ahaus seit vielen Jahren den Anspruch, medizinische Qualität aktiv mitzugestalten.
Aus diesem Selbstverständnis heraus wurde EVIDENT-Eye entwickelt, ein innovatives, unabhängiges Forschungs- und Versorgungskonzept, das wissenschaftliche Erkenntnisse direkt in die klinische Praxis überführt.
Forschungskonzept
Durchführung
Analyse
Anwendung
✦ EVIDENT-Eye
Driven by innovation
Mit EVIDENT-Eye hat die Augenklinik Ahaus ein innovatives, unabhängiges Studien- und Versorgungsmodell etabliert, das wissenschaftliche Erkenntnisse direkt in die klinische Praxis überführt
EVIDENT-Eye ist ein dauerhaft etabliertes Forschungskonzept. Im Mittelpunkt steht die anwendungsnahe, patientenzentrierte Versorgungsforschung im Real-World-Setting.
Das bedeutet: Die erhobenen Daten stammen ausschließlich aus der routinemäßigen klinischen Versorgung realer Patientinnen und Patienten. Ziel ist nicht die Entwicklung neuer Produkte, sondern die evidenzbasierte Optimierung bestehender Therapie- und Versorgungsentscheidungen.
EVIDENT-Eye adressiert ein häufig unterschätztes Problem in der Augenmedizin. Der Graue Star ist die weltweit häufigste Augenerkrankung: Die natürliche Linse im Auge trübt sich mit dem Alter ein, das Sehen wird zunehmend unscharf. Die einzige Behandlung ist eine Operation, bei der die getrübte Linse entfernt und durch eine Kunstlinse ersetzt wird. Allein in Deutschland wird dieser Eingriff rund 800.000 Mal pro Jahr durchgeführt – er ist damit einer der häufigsten Operationen überhaupt.
Die implantierte Linse (Intraokularlinse) verbleibt dauerhaft im Auge. Die Wahl des richtigen Linsentyps hat daher unmittelbaren und langfristigen Einfluss auf die Lebensqualität. Verschiedene Linsentypen bieten unterschiedliche Stärken: Einige ermöglichen vor allem scharfes Sehen in der Ferne, andere sollen zusätzlich das Lesen ohne Brille erleichtern und können dafür aber bei manchen Menschen störende Lichtphänomene wie Blendung verursachen. Was für eine Person ideal funktioniert, kann für eine andere enttäuschend sein.
Doch welche Linse eignet sich für wen? In der Praxis fehlt dafür oft eine verlässliche Grundlage.
In der Praxis fehlt dafür oft eine verlässliche Grundlage. Die Auswahl von Intraokularlinsen erfolgt in der klinischen Praxis häufig auf Basis von Herstellerinformationen, externen Studien oder individuellen Erfahrungswerten, ohne auf systematische, unabhängige Vergleichsdaten aus der eigenen Versorgung zurückgreifen zu können. Für Patientinnen und Patienten bedeutet dies eine eingeschränkte Transparenz hinsichtlich der tatsächlich zu erwartenden funktionellen Ergebnisse.
Zur Schließung dieser Evidenzlücke hat die Augenklinik Ahaus im Jahr 2022 ein eigenes Studienteam aufgebaut. Dieses führt unabhängige, nicht gesponserte klinische Vergleichsstudien zu bereits zugelassenen, marktverfügbaren Intraokularlinsen durch. Ziel ist es, Materialeigenschaften, funktionelle Ergebnisse sowie patientenrelevante Outcome-Parameter systematisch zu erfassen und statistisch auszuwerten.
EVIDENT-Eye ist dabei bewusst als anwendungsnahe, patientenzentrierte Versorgungsforschung im Real-World-Setting konzipiert. Die Datenerhebung erfolgt ausschließlich im Rahmen der regulären klinischen Versorgung und bildet reale Patientenpopulationen sowie alltagsrelevante Behandlungsergebnisse ab. Ziel ist nicht die Entwicklung neuer Produkte, sondern die evidenzbasierte Optimierung bestehender Versorgungsentscheidungen.
Die Nachfrage nach transparenter, unabhängiger und evidenzbasierter Entscheidungsunterstützung bei der Auswahl von Intraokularlinsen nimmt zu. Allein in Deutschland werden jährlich rund 800.000 Kunstlinsen implantiert, in Europa sind es rund 4,7 Millionen. Patientinnen und Patienten sowie Zuweiser erwarten zunehmend nachvollziehbare, qualitätsgesicherte Empfehlungen jenseits herstellergetriebener Informationen.
Die Bevölkerung altert, die Zahl der Eingriffe steigt, und Patienten fordern mehr Mitsprache bei Therapieentscheidungen. Gleichzeitig wächst das Angebot: Allein zwischen 2021 und 2024 kamen weltweit über 60 neue Kunstlinsenmodelle auf den Markt – von mehr als einem Dutzend Herstellern. Der Bedarf an unabhängiger, evidenzbasierter Entscheidungsunterstützung bei der Linsenwahl wird daher deutlich zunehmen.
✦ EVIDENT-Eye
Was sind die EDOF-Linsen?
EDOF-Linsen (Extended Depth/Range of Focus) sind Intraokularlinsen mit erweiterter Tiefenschärfe, die nach einer Kataraktoperation einen größeren Bereich scharfen Sehens ermöglichen als monofokale Linsen. Sie liefern in der Regel eine sehr gute Fernsicht und eine deutlich verbesserte Zwischensicht (z. B. am Computer), während die Nahsicht häufig nur teilweise abgedeckt ist, sodass zum Lesen oft weiterhin eine Brille nötig sein kann. Im Vergleich zu klassischen multifokalen/trifokalen Linsen treten störende Lichtphänomene wie Halos oder Blendung häufig seltener oder milder auf – das kann jedoch individuell variieren.
✦ EVIDENT-Eye
Das evidenzbasierteInhouse-Projekt
Das evidenzbasierte EVIDENT-Eye Inhouse-Projekt bewertet prospektiv Intraokularlinsen, die mit unterschiedlichen optischen Ansätzen eine erhöhte Tiefenschärfe erzielen. Ziel ist es, deren klinische Leistungsfähigkeit und patientenrelevante Ergebnisse im Real-World-Setting systematisch zu vergleichen.
Seit 2021
Erste Schritte
Das erste Ethikvotum wurde am 27. August 2021 für eine prospektive klinische Studie erteilt, in der im Rahmen dieses Projekts die Leistungsfähigkeit der ersten EDOF-Linse (AcrySof IQ Vivity®) im Vergleich zur Referenz-Monofokallinse (ZEISS CT ASPHINA) bewertet wurde.
Der Aufbau das Studienteam
Entwicklung eines Forschungsportals
Die zweite IOL: LuxSmart
Beginn am 12. April 2022
Nächste Phase
Skalierung der Evidenz
Wir haben das Projekt anschließend erweitert, um weitere Intraokularlinsen mit unterschiedlichen Ansätzen zur Erzeugung einer erhöhten Tiefenschärfe prospektiv zu bewerten. Zudem wurde das Follow-up auf bis zu ein Jahr nach der Operation ausgedehnt. Das Projekt ist international auf ClinicalTrials.gov registriert (NCT07051720).
Erste Ergebnisse lagen Anfang 2025 vor, die unmittelbar in die Versorgung eingeflossen sind.
Aktueller Meilenstein
Umwandlung in ein Register
Am 13. Februar 2026 hat die Ethikkommission der Umwandlung des EVIDENT-Eye Projekts in ein Register zugestimmt. Damit schaffen wir die Grundlage für eine langfristige, strukturierte und qualitätsgesicherte Erfassung von Real-World-Daten zur Bewertung verschiedener Intraokularlinsen und Versorgungsentscheidungen.
Der offizielle Titel des Registers lautet: Register für presbyopiekorrigierende Intraokularlinsen: Ein prospektiver Vergleich der visuellen Ergebnisse, der Patientenzufriedenheit und der Brillenunabhängigkeit bei monofokalen, asphärischen Intraokularlinsen mit unterschiedlichen Ansätzen der Erzeugung einer erhöhten Tiefenschärfe
370+
Augen
184+
Patienten
6
Linsen
Von der Klinik für die Klinik
Evidenz, die geteilt wird
Die wissenschaftliche Arbeit erfolgt vollständig inhouse: Studiendesign, Datenerhebung sowie statistische Auswertung und Interpretation werden von einem eigens aufgebauten Team durchgeführt. Die Forschung wird ausschließlich aus Eigenmitteln des privaten Fachkrankenhauses finanziert. Diese unabhängige, nicht refinanzierte Versorgungsforschung ist im privaten Krankenhaussektor selten und dient ausschließlich der Optimierung der Patientenversorgung.
Die Ergebnisse werden aktiv mit der Fachwelt geteilt: Initiale Studiendaten wurden 2024 auf dem DOC-Kongress (Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgie) in Nürnberg präsentiert, drei weitere Vorträge sind für den ESCRS-Kongress (European Society of Cataract and Refractive Surgeons) 2026 in London geplant.
EVIDENT-Eye ist Teamarbeit
Wir verbinden klinische Erfahrung mit methodischer Strenge und einem gemeinsamen Anspruch an Transparenz. Unsere Expertinnen und Experten begleiten Patientinnen und Patienten entlang des gesamten Behandlungswegs – von der präoperativen Diagnostik über die Linsenentscheidung bis zu strukturierten Follow-ups – und übersetzen diese Real-World-Daten in belastbare Evidenz.
Wissenschaftliche
Leitung des Projekts
dr. med. (Univ. Bud.) Matthias Gerl
Principal investigator
Dipl.- Ing. (FH) Matthias Müller
Projektkoordinator
Labib Alshaweesh
Projektkoordinator
Interesse an der
Studienteilnahme?
Patientinnen und Patienten, die an einer Teilnahme am EVIDENT-Eye Projekt interessiert sind, können sich gerne bei uns melden. Wir informieren Sie unverbindlich über Voraussetzungen und Ablauf.