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Behandlungen von Hornhauterkrankungen

Behandlungen von Hornhauterkrankungen

Die Hornhaut des Auges ist die klare, transparente „Fensterscheibe“, durch welche wir unsere Augenfarbe, die Regenbogenhaut (Iris), erkennen. Durch ihre Transparenz und gleichmäßige, abgerundete Form ist sie an der Lichtbündelung maßgeblich beteiligt. Unterschiedliche Erkrankungen oder Verletzungen können ihre Transparenz und Funktion beeinträchtigen. Dazu zählen entzündliche Erkrankungen, strukturelle Veränderungen, Narben sowie erblich bedingte Hornhautdystrophien. Erkrankungen der Hornhaut können sich durch verschwommenes Sehen, Schmerzen, Lichtempfindlichkeit, Fremdkörpergefühl oder eine zunehmende Sehverschlechterung bemerkbar machen.

Hornhauterkrankungen können ein- oder beidseitig auftreten, unterschiedlich stark ausgeprägt sein und sich schleichend oder akut entwickeln. Nicht immer verursachen sie frühzeitig Beschwerden und werden daher teilweise erst im Rahmen einer augenärztlichen Untersuchung festgestellt. Die Hornhaut sorgt dafür, dass Licht gebündelt und korrekt auf die Netzhaut fällt. Schon kleine Veränderungen können Sehstörungen verursachen, daher sind regelmäßige Kontrollen besonders wichtig.

Medikamentöse Therapie

Bei Hornhautentzündungen (Keratitiden) kommen je nach Ursache antibiotische, antivirale oder entzündungshemmende Medikamente zum Einsatz.

dr. med. (Univ. Bud.) Matthias Gerl - Chirurg

UV-Crosslinking

Das Crosslinking dient der Stabilisierung der Hornhaut beim Keratokonus. Durch die Quervernetzung der Kollagenfasern kann ein Fortschreiten der Erkrankung verlangsamt oder gestoppt werden.

Der Eingriff erfolgt durch:

  • Abtragen der obersten Hornhautschicht
  • Aufbringen von Riboflavin (Vitamin B2)
  • UV-Bestrahlung der Hornhaut

Je früher die Behandlung erfolgt, desto besser sind die Erfolgsaussichten. Ziel des Crosslinkings ist nicht in erster Linie eine Verbesserung der Sehschärfe, sondern das Aufhalten oder Verlangsamen des Fortschreitens der Erkrankung.

Laserbehandlung (PTK)

Die phototherapeutische Keratektomie (PTK) wird bei oberflächlichen Hornhautveränderungen oder Narben eingesetzt, um die Hornhautoberfläche zu glätten und die Sehqualität zu verbessern.

Hornhauttransplantation (Keratoplastik)

Bei ausgeprägten Hornhautschäden kann eine Transplantation notwendig werden. Dabei wird erkranktes Hornhautgewebe durch Spendergewebe ersetzt. Je nach Erkrankung kommen unterschiedliche Transplantationsverfahren zum Einsatz.

DMEK – Eine moderne und besonders schonende Methode der Hornhauttransplantation

Die Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty (DMEK) ist eine hochmoderne, minimalinvasive Methode der Hornhauttransplantation. Sie wird insbesondere bei Erkrankungen eingesetzt, die die innerste Zellschicht der Hornhaut, das sogenannte Endothel, betreffen, wie zum Beispiel bei der Fuchs-Dystrophie oder anderen Endothelschäden.

Das Endothel spielt eine zentrale Rolle für die Klarheit der Hornhaut, da diese Zellschicht überschüssige Flüssigkeit aus der Hornhaut abpumpt. Ist die Funktion des Endothels gestört oder kommt es zu einem Zellverlust, kann die Hornhaut Wasser einlagern. Die Folge sind Schwellungen, Trübungen und eine zunehmende Sehverschlechterung.

Die DMEK ermöglicht es, ausschließlich die erkrankte Endothelschicht zu ersetzen, während die übrigen Hornhautschichten vollständig erhalten bleiben. Dadurch stellt sie heute das schonendste und physiologischste Transplantationsverfahren bei Endothelerkrankungen dar.

Für welche Erkrankungen ist die DMEK geeignet?

Die DMEK wird vor allem angewendet bei:

  • Fuchs-Endotheldystrophie
  • Endothelschäden nach Augenoperationen
  • anderen Erkrankungen mit Verlust oder Funktionsstörung der Endothelzellen

Voraussetzung ist, dass die übrigen Hornhautschichten weitgehend gesund sind.

Vorteile der DMEK-Methode

Die DMEK bietet gegenüber klassischen Hornhauttransplantationen zahlreiche Vorteile:

  • Minimalinvasives Verfahren:
    Es wird ausschließlich eine hauchdünne Schicht der Spenderhornhaut transplantiert, wodurch das Auge maximal geschont wird.
  • Schnellere Heilung:
    Durch den Erhalt der natürlichen Hornhautstruktur ist die Erholungszeit deutlich kürzer als bei herkömmlichen Transplantationsverfahren.
  • Sehr gute Sehergebnisse:
    Viele Patientinnen und Patienten erreichen eine rasche und deutliche Verbesserung der Sehschärfe.
  • Geringeres Abstoßungsrisiko:
    Da nur Endothelzellen übertragen werden, ist das Risiko einer immunologischen Abstoßungsreaktion deutlich reduziert.

Ablauf des Eingriffs

Der Eingriff erfolgt in der Regel unter örtlicher Betäubung und dauert etwa 30 Minuten. Die Operation verläuft in mehreren präzisen Schritten:

  1. Vorbereitung der Spenderhornhaut
    Aus einer gesunden Spenderhornhaut wird eine extrem dünne Endothelschicht präpariert.
  2. Entfernung der erkrankten Endothelschicht
    Die geschädigte Descemet-Membran samt Endothel wird vorsichtig von der Hornhautrückfläche entfernt.
  3. Einbringen des Transplantats
    Das Transplantat wird über kleinste Schnitte (Mikroinzisionen) in das Auge eingebracht.
  4. Fixierung des Transplantats
    Mithilfe einer Luft- oder Gasblase wird die Spenderzellschicht sanft an der Hornhautrückfläche fixiert, wo sie selbstständig anwächst. 

Nachsorge und Heilungsprozess

Für eine optimale Heilung empfehlen wir eine mehrtägige stationäre Aufnahme. Während dieser Zeit erfolgen tägliche augenärztliche Kontrollen, um die korrekte Lage des Transplantats zu überprüfen. Falls notwendig, kann frühzeitig reagiert werden.

In den ersten Tagen nach dem Eingriff sind folgende Beschwerden normal:

  • leichtes Fremdkörpergefühl oder Reizung des Auges
  • verschwommenes Sehen
  • sichtbare Luft- oder Gasblase im Auge, die sich im Verlauf von selbst auflöst

Die Sehschärfe verbessert sich in der Regel schrittweise über Wochen bis Monate.

Wichtige Verhaltensregeln nach der Operation

Für den Erfolg der DMEK ist die Nachsorge entscheidend:

  • Augentropfen regelmäßig und wie verordnet anwenden
  • das operierte Auge nicht reiben
  • empfohlene Ruhezeiten einhalten
  • alle Kontrolltermine wahrnehmen

Solange die Luftblase im Auge ist, sollte der Patient bzw. die Patientin in Rückenlage zur Zimmerdecke schauen. So kann die Luftblase das Transplantat an die Innenseite der Hornhaut drücken.

AdobeStock 1912506924 Konvertiert - Hornhautbehandlungen - Augenärzte Gerl & Kollegen

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Keratokonus

Keratokonus ist eine fortschreitende Hornhauterkrankung, die durch die zunehmende Ausdünnung und kegelförmige Vorwölbung der Hornhaut gekennzeichnet ist. Normalerweise ist die Hornhaut annähernd wie ein Kugelabschnitt gewölbt. Da die Qualität und Gleichmäßigkeit der Hornhaut entscheidend für die gute Sehfunktion ist, führt ein Keratokonus zu einem zunehmenden Sehverlust.

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