Skip links

Hornhaut
des Auges

Hornhaut des Auges

Die Hornhaut des Auges ist die klare, transparente „Fensterscheibe“, durch welche wir unsere Augenfarbe, die Regenbogenhaut (Iris), erkennen. Durch ihre Transparenz und gleichmäßige, abgerundete Form ist sie an der Lichtbündelung maßgeblich beteiligt. Unterschiedliche Erkrankungen oder Verletzungen können ihre Transparenz und Funktion beeinträchtigen. Dazu zählen entzündliche Erkrankungen, strukturelle Veränderungen, Narben sowie erblich bedingte Hornhautdystrophien. Erkrankungen der Hornhaut können sich durch verschwommenes Sehen, Schmerzen, Lichtempfindlichkeit, Fremdkörpergefühl oder eine zunehmende Sehverschlechterung bemerkbar machen.

Normale transparente Hornhaut

Normale transparente Hornhaut

Hornhauterkrankungen können ein- oder beidseitig auftreten, unterschiedlich stark ausgeprägt sein und sich schleichend oder akut entwickeln. Nicht immer verursachen sie frühzeitig Beschwerden und werden daher teilweise erst im Rahmen einer augenärztlichen Untersuchung festgestellt. Die Hornhaut sorgt dafür, dass Licht gebündelt und korrekt auf die Netzhaut fällt. Schon kleine Veränderungen können Sehstörungen verursachen, daher sind regelmäßige Kontrollen besonders wichtig.

Häufige Erkrankungen der Hornhaut

Hornhautentzündungen (Keratitiden)

Hornhautentzündungen, auch Keratitiden genannt, betreffen die Hornhaut, die klare, vordere Schicht des Auges. Diese ist wesentlich daran beteiligt, dass Licht richtig gebündelt wird und scharfes Sehen möglich ist. Ursachen können Bakterien, Viren oder Pilze sein, aber auch kleine Verletzungen der Hornhaut oder verunreinigte Kontaktlinsen.

Symptome

  • Schmerzen oder Fremdkörpergefühl im Auge
  • Rötung und Schwellung der Augenoberfläche
  • Lichtempfindlichkeit
  • Verschlechterung der Sehschärfe

Eine frühzeitige Behandlung ist wichtig, um Komplikationen wie Narbenbildung oder dauerhafte Sehminderung zu vermeiden.

Therapie
In den meisten Fällen erfolgt die Behandlung mit medikamentösen Mitteln, z. B. antibiotischen, antiviralen oder entzündungshemmenden Augentropfen. Bei schweren oder besonders hartnäckigen Entzündungen kann ein operativer Eingriff notwendig sein.

Keratokonus: Ausdünnung und Vorwölbung der Hornhaut

Beim Keratokonus handelt es sich um eine nicht-entzündliche, meist beidseits auftretende, fortschreitende Erkrankung der Hornhaut. Charakteristisch ist eine zunehmende Ausdünnung und kegelförmige Vorwölbung der Hornhaut im Jugendalter bzw. im frühen Erwachsenenalter.

Durch diese Formveränderung entsteht ein unregelmäßiger Astigmatismus (Hornhautverkrümmung). Anders als bei einer gewöhnlichen Hornhautverkrümmung verändert sich die Hornhaut beim Keratokonus fortschreitend und wird zunehmend instabil.

Das einfallende Licht kann nicht mehr gleichmäßig gebündelt und korrekt auf der Netzhaut fokussiert werden. In der Folge kommt es zu einer schleichenden, kontinuierlichen Verschlechterung der Sehfähigkeit, welche im fortgeschrittenen Stadium mit einer Brille nur unzureichend korrigiert werden kann.

Der Keratokonus zählt zu den häufigsten Gründen für eine Hornhauttransplantation, insbesondere in fortgeschrittenen Stadien.

Ursachen
Die genaue Ursache des Keratokonus ist bislang nicht vollständig geklärt. Es wird davon ausgegangen, dass sowohl genetische Faktoren als auch Umwelteinflüsse an der Entstehung beteiligt sind.

Als begünstigende Risikofaktoren gelten:

  • familiäre Veranlagung
  • häufiges und starkes Reiben der Augen
  • Allergien
  • Neurodermitis und andere chronische Grunderkrankungen

Besonders das intensive Augenreiben kann die mechanische Stabilität der Hornhaut zusätzlich schwächen und das Fortschreiten der Erkrankung beschleunigen.

Symptome
Gerade im Frühstadium sind die Symptome oft unspezifisch. Die Erkrankung kann anfangs häufig noch mit einer Brille korrigiert werden, weshalb der Keratokonus nicht selten zufällig im Rahmen einer augenärztlichen Untersuchung entdeckt wird.

Erste Anzeichen können sein:

  • häufige Änderungen der Brillenstärke
  • schlechte Sicht trotz neuer Brille
  • zunehmende oder wechselnde Hornhautverkrümmung
  • unterschiedliche Sehstärke beider Augen

Im weiteren Verlauf treten häufig auf:

  • verzerrtes, verschwommenes oder unscharfes Sehen
  • erhöhte Blendempfindlichkeit
  • Probleme beim Sehen in der Dämmerung oder nachts
  • Schattensehen
  • Doppelbilder
  • akute, stechende Schmerzen

Oft wird die Sehverschlechterung zunächst nur an einem Auge wahrgenommen.

Diagnostik
Eine frühzeitige Diagnose ist im Anfangsstadium nur mithilfe spezieller Untersuchungsverfahren möglich. Dabei wird die Hornhaut dreidimensional analysiert, um bereits minimale Veränderungen zu erkennen.

Zur Diagnostik gehören:

  • Analyse der Hornhautoberfläche (Hornhauttopographie)
  • Untersuchung der Hornhautrückfläche (Hornhauttomographie)
  • Pachymetrie, also die Messung der Hornhautdicke
  • ggf. Bestimmung der Endothelzellzahl

Erst in fortgeschrittenen Stadien zeigen sich typische Veränderungen, die auch mit herkömmlicher augenärztlicher Diagnostik sichtbar sind, wie:

  • Fleischer’sche Ringe
  • Vogt’sche Linien

Alter und Verlauf
Der Keratokonus beginnt häufig zwischen dem 15. und 20. Lebensjahr. In vielen Fällen schreitet die Erkrankung über Jahre fort und kommt zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr zum Stillstand.

Der Verlauf ist individuell sehr unterschiedlich:

  • mild mit langsamer Veränderung
  • rasch fortschreitend mit deutlicher Sehverschlechterung

Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend, um das Fortschreiten rechtzeitig zu erkennen und therapeutisch einzugreifen.

Fortgeschrittenes Krankheitsbild
In einem weit fortgeschrittenen Stadium kann der Keratokonus von der Seite sogar mit bloßem Auge erkennbar sein.

Kommt es zu einer plötzlichen Flüssigkeitsansammlung in der Hornhaut (Hornhautödem), spricht man von einem akuten Keratokonus. Dieser kann nach drei bis vier Monaten unter Narbenbildung abheilen und führt häufig zu einer deutlichen und bleibenden Sehverschlechterung.

Therapie

  • Brille oder Kontaktlinsen in Frühstadien
  • UV-Crosslinking zur Stabilisierung

Hornhauttransplantation bei fortgeschrittenem Keratokonus

Hornhautdystrophien

Hornhautdystrophien sind meist erblich bedingte Erkrankungen, die beide Augen betreffen und durch Ablagerungen oder Funktionsstörungen einzelner Hornhautschichten gekennzeichnet sind.

Zu den häufigsten Formen zählen:

  • Fuchs-Endotheldystrophie / Fuchs-Dystrophie
  • Map-Dot-Fingerprint-Dystrophie
  • Stromale Hornhautdystrophien

Fuchs Dystrophie​

Die Fuchs-Dystrophie betrifft vor allem die innerste Hornhautschicht (Endothel) und tritt häufiger bei Frauen auf. Durch den Verlust von Endothelzellen kommt es zu einer zunehmenden Wassereinlagerung, Schwellung und Trübung der Hornhaut. Beschwerden nehmen meist erst ab dem 50. Lebensjahr deutlich zu.

Unklare Hornhaut mit Dystrophie

Unklare Hornhaut mit Dystrophie

Map-Dot-Fingerprint-Dystrophie

Diese Erkrankung betrifft die oberste Hornhautschicht und kann zu schwankender Sehschärfe, verschwommenem Sehen und wiederkehrenden Schmerzen führen.

Stromale Hornhautdystrophien

Sie betreffen die mittlere Hornhautschicht und zeigen sich in verschiedenen Ablagerungsformen (gittrig, fleckförmig oder granulär), die die Sehfähigkeit teils deutlich einschränken können.

Therapie
Je nach Form und Stadium kann eine Laserbehandlung oder eine Hornhauttransplantation infrage kommen.

Hornhautnarben

Hornhautnarben entstehen meist infolge von Verletzungen, Entzündungen oder Infektionen. Sie können die Transparenz der Hornhaut beeinträchtigen und das Sehen einschränken.

Therapie:

Je nach Lage und Ausprägung der Narbe kann eine PTK-Laserbehandlung oder eine Keratoplastik (Hornhauttransplantation) infrage kommen.

Endothelschäden

Schädigungen der Endothelzellen führen zu einer gestörten Entwässerung der Hornhaut. Die Folge sind Schwellungen, Trübungen und eine Sehverschlechterung.

Therapie:
Die Behandlung kann je nach Ausprägung eine DMEK-Hornhauttransplantation erforderlich machen, bei der gezielt die erkrankte Endothelschicht ersetzt wird.

So unscheinbar sie wirkt, so entscheidend ist sie für unser Sehen: Die Hornhaut ist die klare Fensterscheibe des Auges.

qupte1 - Hornhaut - Augenärzte Gerl & Kollegen

Lesen Sie Mehr

Keratokonus-behandlung

Hornhautbehandlungen

Ein fortschreitender Keratokonus sollte möglichst frühzeitig durch eine UV-Bestrahlung stabilisiert werden. Unterschiedliche Techniken der Hornhaut-Transplantation stehen hierfür zur Verfügung.

Weiterlesen »
Keratokonus BG - Hornhaut - Augenärzte Gerl & Kollegen

Keratokonus

Keratokonus ist eine fortschreitende Hornhauterkrankung, die durch die zunehmende Ausdünnung und kegelförmige Vorwölbung der Hornhaut gekennzeichnet ist. Normalerweise ist die Hornhaut annähernd wie ein Kugelabschnitt gewölbt. Da die Qualität und Gleichmäßigkeit der Hornhaut entscheidend für die gute Sehfunktion ist, führt ein Keratokonus zu einem zunehmenden Sehverlust.

Weiterlesen »

Table of Contents

Explore
Drag