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Schloss Raesfeld

Schloss Raesfeld liegt am westlichen Rand des Dorfs Raesfeld. Die vielfach touristisch genutzten alten Häuser nahebei gehören zur Schlossfreiheit. Das schmucke Residenzschloss im maasländischen Stil fand diese Form am Ende des Dreißigjährigen Krieges unter Alexander II. von Velen. Er finanzierte den Ausbau über Kriegseinkünfte. Auch der Tiergarten entstand damals. Das Schloss beherbergt seit 1952 Fortbildungsstätten für das Handwerk und gehört seit 2022 der Gemeinde Raesfeld.

Raesfeld 1 Schloss Raesfeld 1590 - Schloss Raesfeld - Augenärzte Gerl & Kollegen
Burganlage in Raesfeld, 1590. Federzeichnung Hermann tom Ring zugeschrieben.

Schloss Raesfeld in seiner heutigen Form wurde größtenteils zwischen 1643 und 1653 unter Alexander II. von Velen (1599-1675) errichtet und enthält Teile einer Burg aus dem 14./15. Jahrhundert. Sein Vater Alexander von Velen I. (1556-1630) erbte die Burg nach einem langen Erbstreit. Damals sah sie ungefähr so aus, wie auf der Zeichnung von Hermann tom Ring unten.

Mit viel Geld zum Schloss

Nach einem Brand ließ Alexander I. den Nordflügel (links im großen Bild) zwischen 1604 und 1606 renovieren, unter anderem aus den Einnahmen seiner Saline Gottesgabe in Rheine. Als Diplomat und Anführer des Kriegsvolks im Dreißigjährigen Krieg brachte es Alexander I. von Velen zum kaiserlichen Obristen und später zum Reichsfreiherrn. Sein Sohn trat schon zu Beginn des Krieges in den Heeresdienst ein und führte ab 1634 die Truppen des Fürstbistums Münster. 1646 schied er, zum Reichsgraf aufgestiegen, aus dem aktiven Kriegsdienst aus. Das Schloss hatte im Krieg gelitten. Es wurde 1622 und 1643 geplündert und gebrandschatzt. Alexander II. profitierte sehr vom Krieg. Er gab 1643 die Planung der Schlossanlage an Kapuzinerpater Michael von Gent. Von 1646 bis 1658 wurde gebaut. Auch der Tiergarten wurde angelegt, von „welschen Gärtnern“, mit heimischem Wild und exotischem Damwild.

Raesfeld 3 Schloss Raesfeld Tiergarten Weinbergteich DSC 1506 - Schloss Raesfeld - Augenärzte Gerl & Kollegen
Auch der Weinbergteich wurde unter Alexander II. im Tiergarten angelegt. Auf der Insel soll ein mit Delfinen verzierter Brunnen gestanden haben.

Kunsthistoriker wie Richard Klapheck stellen die zwei hohen Schlosstürme besonders heraus: den 50 Meter hohen Turm mit dem gestuften Helm (im großen Bild rechts) und den Sterndeuterturm in der Vorburg (Bild unten), von dessen Galerie der Graf die Sterne betrachtete. Ebenfalls interessant ist die in der Region untypische Bauweise im „Maastal-Backstein-Stil“ (Klapheck) zwischen Renaissance und Frühbarock. Alexander II. nutzte das Schloss als Residenz und empfing illustre Gäste.

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Der Sterndeuterturm an der Vorburg von Schloss Raesfeld. Foto: Andreas Bäumer

Krieger und Raubritter

Vor dem Schloss stand hier die Burg der Ritter von Raesfeld. Doch das erste befestigte Gebäude hier war die Burg Kretier, eine hölzerne Turmhügelburg etwa 3 Kilometer nordwestlich. Der Ritter Symon von Gemen (ca. 1231-1265) kaufte 1259 diese Burg und baute eine erste steinerne Burg am heutigen Standort. Er nannte sich anschließend von Rasvelde. Die von Raesfeld blieben 300 Jahre Herren der Burg. Unter ihnen waren Krieger und Raubritter. Bytter I. von Raesfeld (ca. 1325 bis zwischen 1403 und 1410) baute nach 1389 eine erste Version des großen, langgestreckten Nordflügels der Burg (im Bild links). Das finanzierte er mit Kriegssold und Plünderungen. Sein Sohn Johann II. von Raesfeld (ca. 1375 bis nach 1443) baute die Burg bis 1440 weiter aus. Die Mittel stammten aus dem Hussitenkrieg und der Fehde des Herzogs von Kleve gegen den Kölner Erzbischof. Außerdem war Johann II. als Raubritter bekannt. Johann IV. von Raesfeld (1492–1551) führte das kaiserliche Reiterheer bei der Verteidigung von Wien gegen die Türken und war Feldhauptmann bei der Vertreibung der Wiedertäufer aus Münster. Sein Lohn: Das Mühlenrecht in Raesfeld, das Drostenamt in Ahaus als Lehen und 13.000 Goldgulden. Sein Sohn Johann starb noch während des Studiums 1559 in Deventer. Der erwähnte lange Erbstreit begann und das Reichskammergericht entschied 1585 zugunsten der Familie von Velen. Alexander I. und Alexander II. waren militärisch, als Diplomaten und Bauherren erfolgreich. Doch nach Alexander II. ging es bergab. Sein Sohn Ferdinand Gottfried von Velen (1626-1685) konnte die aufwändige Anlage nicht unterhalten. Eine Schuldenspirale begann, die sich unter seinen Nachkommen fortsetzte. Der Besitz des Schlosses ging später an die Gemener Verwandten. Das Schloss Raesfeld verfiel. Freiherr Ignaz von Landsberg-Velen (1788-1863) kaufte es 1822 und nutzte das Schloss als landwirtschaftliches Gut. Die landwirtschaftliche Nutzung dauerte bis 1930. Einige baufällige Gebäude wurden abgerissen, es wurde jedoch auch renoviert. Ab 1930 diente die Burg einige Jahre als Bundesburg für die katholische Jugendorganisation Bund Neudeutschland.

Die Akademie des Handwerks

Während des Zweiten Weltkriegs wurde Schloss Raesfeld zunächst als Garnison genutzt und 1945 als Lazarett. Obwohl das Rote-Kreuz-Zeichen auf dem Dach es vor Fliegerbomben schützte, wurde es doch teilweise zerstört. Schon 1942 hatte der Handwerkerverein Raesfeld Schloss Raesfeld gekauft, der es dann 1952/52 renovieren ließ. Die Akademie des Handwerks der Handwerkskammern Nordrhein-Westfalens und des Westdeutschen Handwerkskammertages bildet hier seitdem Führungskräfte weiter, außerdem ist seit 1982 in der Vorburg das Fortbildungszentrum für handwerkliche Denkmalpflege untergebracht. Inzwischen ist weiterer Fortbildungsschwerpunkt im Handwerkerschloss die ehrenamtliche Arbeit im Handwerk. Im Frühjahr 2022 erwarb die Stadt Raesfeld das Hauptschloss und einen Teil der umgebenden Flächen, vermietet es aber teilweise an die Akademie weiter.

Touristische Informationen

Quellen

  • Boer, Hans-Peter; Lechtape, Andreas (2010): Burgen und Schlösser im Münsterland. Aschendorff.

  • Ninfa, Ursula (1999): Von Anholt bis Zwillbrock. Bau- und Kunstwerke im Westmünsterland. Kreis Borken.

  • Tschuschke, Volker (2016): Raesfeld und seine Burgen. Westfälische Zeitschrift 166 (2016): S. 43-73.

  • Wikipedia (2022): Schloss Raesfeld. URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Raesfeld

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