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Leuchtbild - Kloster Gonia - Kreta - Augenärzte Gerl & Kollegen

Kloster Gonia - Kreta

Das Kloster Gonia nahe Kolimbari, Westkreta ist eines der größten und besterhaltenen Klöster Kretas. Die Mönche hier haben mehrere Besatzungszeiten überlebt und jeweils den Widerstand unterstützt. Außen ist es schmucklos und hat wehrhafte Mauern, im Innenhof sprießt das Grün und bietet Schatten. Hier steht eine kleine Kirche und ein Museum mit schönen Ikonen. Benachbart ist die Orthodoxe Akademie von Kreta. Irinäos, der sozial sehr engagierten Bischof von Kissamos, hat sie gegründet.

Ein Kloster des Widerstands

Das Kloster Gonia wurde im 17. Jahrhundert im venezianischem Stil am Fuß der Halbinsel Rodópou gebaut. Einsiedler, die seit dem 9. Jahrhundert an der Spitze der Halbinsel lebten, haben nach häufigen Piratenüberfällen im 13. Jahrhundert hier ein Vorgängerkloster gebaut. Das Kloster gehörte zu den Zentren des Kampfs gegen die türkische Fremdherrschaft (1669-1898). Fünfmal plünderten und zerstörten die Türken das Kloster. Immer wieder bauten die Mönche es wieder auf. 1897 befreite die griechiche Armee Gonia als eines der ersten Klöster auf Kreta. Im 2. Weltkrieg ging von hier erneut Widerstand aus, nun gegen die deutschen Besatzer. 1941 besetzten diese das Kloster und nutzten es als Lazarett. Die Mönche wurden zum Tode verurteilt, aber noch im gleichen Jahr begnadigt.

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Orthodoxe Kunst

Die kleine Kirche im Klosterhof schmücken einige Ikonen sowie eine große Altarwand des Mönchs und Ikonenmalers Parthenios. Auch das Klostermuseum zeigt Ikonen. Vor den ersten Plünderungen durch die Osmanen im 17. Jahrhundert wurden von Gonia aus 40 Ikonen an verschiedene griechische Orte in Sicherheit gebracht. Nach der Griechischen Revolution (1821 – 1829) kehrten sie zurück. Allerdings wurde das Kloster noch einmal im Jahr 1866 geplündert. Einige Ikonen blieben jedoch.
Das Klostermuseum präsentiert Ikonen der Kretischen Schule aus verschiedenen Phasen: Parthenios und Kollegen aus dem 17. Jahrhundert, unter anderem Andreas Ritzos aus dem 15. Jahrhundert. Bildsujets sind die „Geschichte des Josef“, „Christi Kreuzigung“, „Die immerblühende Rose“ und „Johannes der Eremit“. Hier als Beispiel eine Darstellung der Jungfrau der Passion von Andreas Ritzos (um 1490), die allerdings nicht im Kloster Gonia, sondern im Recklinghauser Ikonenmuseum zu sehen ist. 

Irinäos, Bischof von Kissamos

Auch die Militärjunta in Griechenland (1967 - 1974) forderte den Widerstand der Kreter heraus. Dabei spielte Irinäos, Bischof von Kissamos (1911 – 2013), und die durch ihn gegründete Orthodoxe Akademie eine große Rolle. Irinäos trat bereits im 2. Weltkrieg für soziale Gerechtigkeit ein, wurde von den Deutschen als „Kommunist“ verdächtigt und entkam knapp der Todesstrafe.
Ihm war ein produktives Leben von 101 Jahren geschenkt. Nach dem Krieg studierte er in Deutschland. 1958 wurde er Bischof von Kissamos. Auf Druck der Junta wurde Irinäos von den orthodoxen Kirchenvätern 1971 nach Deutschland geschickt und zum Metropolit von Deutschland ernannt. Auch von hier predigte er gegen die griechische Junta. Auf Druck der Gläubigen wurde Irinäos 1981 erneut zum Bischof von Kissamos ernannt. Erst 2005 legte er das Amt aus Altersgründen ab. Er starb im Jahr 2013.

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Die Orthodoxe Akademie von Kreta

Irinäos gründete die Orthodoxe Akademie von Kreta (das Gebäude mit Bogengängen rechts auf dem Foto, links Kloster Gonia) in den 1960ern für den Dialog zwischen Kirche und Welt. Das Programm der Akademie ist reichhaltig: Ökumenischen Tagungen, Weiterbildungskurse für die Bevölkerung, botanischen Exkursionen zu Pflanzen der Bibel und Forschung zur ökologischen Landwirtschaft.

Weitere Informationen finden Sie unter folgenden Seiten:

Quellen

  • Fohrer, Eberhard (2006): Kreta. Michael Müller Verlag GmbH. ISBN 3-89953-303-8
  • GZak (2013): Kreta trauert um ehemaligen Bischof Irinäos. Griechenlandzeitung, 15.05.2013. Entnommen aus Bulletin der Hellasfreunde Bern, 2013 – 2 / September 2013.
  • Schneider, Lambert (1998): Kreta – 5000 Jahre Kunst und Kultur: Minoische Paläste, Byzantinische Kapellen und venizianische Stadtanlagen. ISBN 3-77013-801-5
  • Wikipedia (2018): Kretische Schule.

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