Diabetes - Vorsorgeuntersuchung

Rund acht Millionen Menschen in Deutschland leiden an Diabetes mellitus, der Zuckerkrankheit. Erschreckend ist, dass es viele der Betroffenen nicht wissen. Was die meisten ebenfalls nicht wissen:
Diabetes schädigt die Augen und kann im fortgeschrittenen Stadium zur Erblindung führen.

Ursachen für Diabetes – Typ 1 und Typ 2

Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung, die sich durch erhöhte Blutzuckerwerte auszeichnet. Tritt Diabetes im Kindes- und frühen Erwachsenenalter auf, handelt es sich um die Form des Typ 1 Diabetes. In diesem Fall produziert der Körper selbst nicht genug Insulin, weil die Bauchspeicheldrüse bzw. die Insulin-produzierenden Zellen erkrankt sind.

Wesentlich häufiger tritt der Typ 2 Diabetes auf, der auch als Altersdiabetes bezeichnet wird. Hier werden die Körperzellen unempfindlich gegenüber Insulin, was dazu führt, dass mehr Insulin benötigt wird als der Körper produziert.

Frühzeitige Diagnose und Behandlung der Diabetes

Die Diagnose Diabetes stellt der Allgemeinmediziner oder Internist aufgrund des Langzeitzuckerwertes, der aus mehreren Messungen über einige Stunden ermittelt wird. – Diabetes, gleich welchen Typus, ist eine schleichende Erkrankung. Über Jahre hinweg treten aufgrund der hohen Zuckerkonzentration im Blut, Veränderungen in den Blutgefäßen im ganzen Körper auf. Die Schädigung der Augen durch Diabetes wird als diabetische Retinopathie bezeichnet. Auch an der Netzhaut tritt der Schaden durch die erkrankten Blutgefäße auf.

Zunächst ist diese Erkrankung mit keiner Beeinträchtigung des Sehvermögens für den Betroffenen verbunden. Erst im späteren Stadium kommt es zu einer Sehminderung. Daher sind eine frühe Diagnose und ein rechtzeitiger Behandlungsbeginn sehr wichtig für den Erhalt des Augenlichtes. Augenärzte empfehlen Patienten, die an Diabetes mellitus leiden, die regelmäßige Untersuchung der Netzhaut: mindestens 1-mal jährlich, je nach Einstellung des Diabetes auch öfter

Bedeutung des Langzeit-Wertes – HbA1c

Das Risiko der Erkrankung ist im Wesentlichen abhängig von der Höhe der Blutzuckerwerte, aber auch der zeitlichen Dauer, mit der erhöhte Blutzuckerwerte vorliegen. Um dieses Risiko abschätzen zu können, hilft der sogenannte HbA1c-Wert. Hierbei handelt es sich um den roten Blutfarbstoff, das Hämoglobin, der sich durch die Anlagerung von Zucker verändert hat. Dieses Zucker-Hämoglobin (HbA1c) kann gemessen werden.

Diagnose der diabetischen Retinopathie durch den Augenarzt

Ungefähr 60 Prozent aller Typ 2-Diabetiker leiden an der diabetischen Retinopathie. Anfangs erkennt der Augenarzt die Erkrankung durch kleine rote Punkte, die durch Gefäßaussackungen an den kleinen Blutgefäßen der Netzhaut entstehen. In diesem Stadium bemerken Betroffene meist noch keine Sehbeeinträchtigung, obwohl der Augenarzt die krankhaften Veränderungen durch den Diabetes schon sehen kann. Eine Sehminderung wird erst verursacht, wenn Flüssigkeit aus den geschädigten kleinen Blutgefäßen in die Netzhaut austritt und im fortgeschrittenen Stadium es zum Untergang kleiner Gefäße kommt. Diese Veränderungen – Flüssigkeits-Austritt und Verschlüsse kleiner Blutgefäße –kann der Augenarzt mithilfe verschiedener Geräte diagnostizieren.

Je länger Diabetes besteht und je schlechter der Zuckerwert eingestellt ist, desto größer ist die Gefahr eine Retinopathie zu entwickeln. Das wichtigste Kriterium dabei ist die Höhe des Langzeitzuckerwertes HbA1c

Leider gibt es bisher keine direkt wirkenden Medikamente, die die diabetische Retinopathie positiv beeinflussen können. Im Frühstadium sind eine gute Blutzuckereinstellung und Regulierung des Blutdruckes am wichtigsten.

Therapie der diabetischen Netzhaut-Erkrankung

Eine Therapie mit Anti-VEGF-Medikamenten (Avastin, Lucentis oder Eylea) und Cortison – im Auge angewendet – allein oder in Kombination mit einer Laserbehandlung kann bei Veränderungen in der Makula oder beim Auftreten von neuen Blutgefäßen in der Netzhautperipherie durchgeführt werden. Auf diese Weise kann das Sehvermögen meist erhalten werden. Bereits geschädigte Partien der Netzhaut können jedoch nicht wiederhergestellt werden.

Therapie der diabetischen Makulopathie – Verlust der Sehschärfe

Bei Vorhandensein einer Flüssigkeitsansammlung in der Netzhaut (diabetisches Makulaödem) gibt es seit einigen Jahren eine gute Behandlungsmöglichkeit durch die Injektion spezieller Medikamente (Avastin. Lucentis, Eylea, Cortison) in den Glaskörper. Das führt zur „Austrocknung“ der Flüssigkeitsansammlung. Diese Injektionstherapie wird ambulant und in Tropf-Anästhesie durchgeführt. In dem Zusammenhang ist die regelmäßige klinische Untersuchung der Netzhaut und insbesondere der Makula und vor allem eine OCT-Untersuchung wichtig.

Bedeutung der Schicht-Untersuchung der Netzhaut durch die OCT-Technik

Nur in der OCT-Untersuchung lassen sich objektive Messungen der Flüssigkeitsansammlung in der Netzhaut durchführen und so die Notwendigkeit einer weiteren Anti-VEGF-Therapie stellen, um einem Verlust des Sehvermögens vorzubeugen. Sollte es trotz einer adäquat durchgeführten Laserbehandlung und/oder einer Anti-VEGF-Therapie zu einem Fortschreiten der Erkrankung und Blutungen in den Glaskörperraum oder einer Netzhautablösung kommen, ist eine Operation notwendig.

Vitrektomie bei fortgeschrittenen Netzhaut-Erkrankungen

Bei der so genannten Vitrektomie (Entfernung des Glaskörpers) werden die Glaskörperblutung und die neu entstandenen Blutgefäße entfernt und die möglicherweise abgelöste Netzhaut wieder angelegt. In vielen Fällen kann durch eine Operation ein gewisses Sehvermögen wieder erreicht werden.

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