Die im Lid befindlichen Meibomdrüsen, welche im Regelfall eine ölartige Flüssigkeit produzieren und damit bei jedem Lidschlag einen Ölfilm über den Tränenfilm ziehen, sind bei der Meibomitis durch Bakterien entzündet. Die Bakterien spalten die Fette enzymatisch auf, sodass kein hochwertiges Öl mehr produziert werden kann. Der fehlende Ölfilm, als Teil des Tränenfilms, führt dazu, dass mehr Flüssigkeit verdunsten kann. Der Patient klagt über trockene Augen. Oftmals entwickeln Patienten, welche an einer Blepharitis leiden Chalazien (Hagelkörner).

Welche Symptome hat Meibomitis?

Oft zeigen sich gerötete, leicht bis mäßig verkrustete Lidränder und eine gerötete Bindehaut als Ausdruck der trockenen Augen. Die Patienten klagen überstechende, brennende, oder juckende Augen. Das Lesen wird trotz Lesebrille immer schwieriger, da der Tränenfilm instabil ist. Das Lesen wird von ständigen Momenten des verschwommenen Sehens unterbrochen, welches sich durch Blinkern mit den Augen (aber meist nur) für eine kurze Zeit verbessern lässt.

Welche Diagnose stellt der Arzt bei Meibomitis?

Die Lidkanten sind gerötet und zeigen mit dem Mikroskop kleine feine Bläschen (schaumiges Sekret). Mit etwas Druck auf die Lidränder lässt sich aus den Meibomdrüsen ein Zahnpastaartiges Sekret herausdrücken. Dabei verspüren die Patienten einen unangenehmen Druckschmerz. Die Wimpern sind verkrustet. Im fortgeschrittenen Stadium sind die Ausgänge der Meibomdrüsen verwachsen, sodass kein Sekret mehr ausdrückbar ist. Bei therapieresistenter Blepharitis sollte eine Untersuchung auf Milben (Demodex folliculorum) erfolgen.

Welche Therapie erfolgt bei Meibomitis?

Ziel der Therapie ist die Reduktion der Bakterienzahl in den Meibomdrüsen. Da es sich meist um Bakterien der eigenen Hautflora handelt, ist dies meistens nicht einfach zu erreichen. Verschiedene Möglichkeiten stehen zur Verfügung:

Reinigung der Lidkanten mit milden Desinfektionsmitteln:

Hierbei werden die Lider mit warmen und feuchten Kompressen für ca. 15 Minuten eingeweicht. Dabei sollten die Kompressen leicht an die Lider angedrückt werden, damit ein Kontakt zwischen Lidkante und Kompresse entstehen kann. Ziel ist, dass das verdickte Sekret in den Meibomdrüsen aufgeweicht wird. Im Anschluss soll mit einem Wattestäbchen kurz unterhalb der Wimpern des Unterlids punktuell ein Druck ausgeübt werden, um das infizierte Sekret aus den Meibomdrüsen zu drücken. Das Sekret sammelt sich daraufhin auf der Lidkante. Diese sollte nun mit einem sauberen Tuch, welches eine milde Desinfektionslösung enthält, abgestrichen werden. Die Bahandlung sollte möglichst zweimal täglich durchgeführt werden. Im Handel stehen dafür extra Präparate zur Verfügung. Die Kosten werden von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht übernommen.

Aufweichen des Sekrets mit Spezialbrille:

Das Aufweichen des Sekrets kann auch mithilfe einer speziellen Maske erfolgen. Dabei steht dem Patienten ein Produkt zur Verfügung, welches einer Tauchermaske ähnelt und kalten Dampf erzeugt. Durch die zweimal täglich zu erfolgende Behandlung mit dieser Maske soll das Sekret aufgeweicht werden und leichter herauszudrücken sein. Die Kosten hierfür werden von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht übernommen.

Antibiotische und anti-entzündliche Salben:

Antibiotische Salben gegen die Bakterien bringen vorübergehend Linderung, können jedoch nicht langfristig gegeben werden, da sonst Resistenzen gegen das Antibiotikum entwickelt werden. Da die Bakterien oft Teil der körpereigenen Hautflora sind, ist der Effekt daher oft nur vorübergehend. Es wird empfohlen, die Therapie einer Blepharitis mit Salben zu beginnen, um die Hauptlast an Bakterien zu mindern. Wenn dann die Zahl der Bakterien vermindert ist, sollte mit leicht desinfizierender Lidrandpflege fortgeführt werden, um die Zahl der Bakterien auf einem niedrigen Niveau zu halten. Dieses Vorgehen ist sehr mühsam.

Lidrandentzündung und Nahrungsunverträglichkeiten:

Nicht selten findet sich bei Patienten mit Lidrandentzündung ein Hinweis auf eine Nahrungs-Unverträglichkeit. Eine von vielen Möglichkeiten ist das Vorliegen einer sogenannten Gluten-Sensitivität. Es handelt sich nicht um die, damit häufig verwechselte, Gluten-Allergie, die sehr selten ist und auf der Basis allergischer Vorgänge des Immunsystems entsteht. Wahrscheinlich reagiert ein empfindlicher Mensch in Form einer toxischen (Gift)-Reaktion auf bestimmte Weizen-Inhaltsstoffe. Die Häufigkeit in der Bevölkerung liegt nach Schätzungen der„National Foundation of Celiac Awareness“ bei etwa 6 % der Weltbevölkerung! Leider liegen nicht immer offenbare oder deutliche Probleme vonseiten anderer Körperorgane vor.

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