Bei der Ptosis des Oberlides, liegt oftmals eine altersbedingte Lockerung der Sehne vor, welche das Oberlid nach oben zieht. Dadurch kann der Lidheber-Muskel das Oberlid nicht mehr effizient öffnen. Je nach Ausprägungsgrad bedeckt das Oberlid die Pupille teilweise oder vollständig. Oft wird die Ptosis mit der Dermatochalasis verwechselt. Bei letztgenannter Problematik wird jedoch die Pupille durch einen stark ausgeprägten Hautüberschuss überlappt, nicht wie bei der Ptosis durch die herabhängende Oberlidkante. Die Ptosis kann auch angeboren sein und zeigt sich durch meistens beidseitig herabhängende Oberlider. Ist das Sehen durch das herabhängende Lid eingeschränkt, kann in Ausnahmefällen eine frühzeitige Korrektur innerhalb der ersten Lebensjahre notwendig sein. Die Ptosis kann auch eine Begleiterscheinung einer neurologischen oder einer Muskel-Erkrankung darstellen. In Frage kommen eine okuläre Muskeldystrophie (familiäre Muskelerkrankung), eine Myotonie (familiäre Muskelerkrankung – Curschmann-Steinert), eine chronisch fortschreitende Augenmuskellähmung (Erkrankung der Mitochondrien) oder eine Myasthenia gravis. Bei der Myasthenie mit Augenbeteiligung können die Botenstoffe der Nerven, welche die Muskeln aktivieren nicht schnell genug wieder regeneriert werden. Dadurch ist eine anhaltende Anstrengung des Muskels nicht lange aufrecht zu halten. Der Muskel wird schneller müde. Der Verdacht wird durch den sogenannten Simpson Test erhärtet. Bei Vorliegen eines positiven Simpson Tests sollte eine Vorstellung beim Neurologen erfolgen. Eine Operation ist bei Vorliegen der Myasthenia gravis nicht sinnvoll.

Welche Auswirkungen hat die Ptosis auf das Sehen und die Gesundheit?

Je nach Ausprägungsgrad des herabhängenden Oberlides kommt es zur Einschränkungen im Sehen. Vorerst im oberen Gesichtsfeld ist später auch das Lesen beeinträchtigt. Die Patienten versuchen durch Stirnrunzeln das Oberlid kompensatorisch nach oben zu ziehen, was kosmetisch Falten im Stirnbereich verursacht und im fortgeschrittenen Stadium Kopfschmerzen verursachen kann.

Wie erfolgt die Diagnose bei einer Ptosis am Oberlid?

Die Diagnose ist leicht durch Blickdiagnose zu stellen, wenn sie einseitig vorliegt. Bei einer beidseitigen Ptosis kann es am Anfang schon mal Schwierigkeiten bereiten, die Diagnose frühzeitig zu stellen. Zur genaueren Beurteilung muss der Abstand zwischen Oberlidkante und Unterlidkante (=Lidspaltenhöhe) gemessen werden. Im Weiteren muss die Funktion des Lidhebers gemessen werden. Dabei blickt der Patient maximal mit den Augen nach unten und wendet seinen Blick dann maximal nach oben. Dabei misst der Augenarzt den Unterschied zwischen der Oberlidkante beim Ab- und Aufblick unter Blockierung des Stirnmuskels, damit dieser das Ergebnis nicht verfälscht. Beim Simpson Test schaut der Patient für 60 Sekunden nach oben, wodurch auch das Lid angehoben wird. Kommt es innerhalb dieser Zeit zu einem deutlichen Absinken des Oberlides durch die frühzeitige Ermüdung des Muskels, liegt der Verdacht auf eine Myasthenie vor.

Ist eine Operation der Ptosis am Oberlid möglich?

Die Operation ist anspruchsvoll, da die Sehne aufgesucht werden muss, welche zwischen der Bindehaut liegt, die dem Auge direkt anliegt und dem Muskel, der das Auge schließt. Diese hauchdünne Sehne gilt es aufzufinden und frei zu präparieren. Dann wird die Sehne eingekürzt oder gefaltet, damit wieder eine effektivere Muskelkontraktion stattfinden kann. Die anatomischen Verhältnisse werden wieder hergestellt und es erfolgt der Wundverschluss.

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