Augenärztlicher Kongress im Schloss

Professor Auffahrt in Heidelberg
Professor Auffahrt referierte über Sonderlinsen beim Grauen Star.

Ahaus. "Seit 40 Jahren bin ich nun in Ahaus tätig und die Weiterbildung ist mir schon immer ein großes Anliegen gewesen", resümiert Gerl. "Ich freue mich über die sehr positive Resonanz auf unseren Fachkongress, der Kollegen aus ganz Deutschland nach Ahaus lockt".

Über 120 Teilnehmer beim augenärztlichen Kongress der Augenklinik Ahaus im Schloss

Dr. Rainer Wiltfang aus München leitete das wissenschaftliche Programm mit einem Referat zu Lasereingriffen an der Hornhaut ein. Die neue Operationsmethode ReLex Smile soll den Eingriff für ein Sehen ohne Brille noch sicherer und schonender machen. Seit den ersten Versuchen in den 1980er Jahren, die Brechkraft der Hornhaut mechanisch zu verändern, haben sich in den letzten drei Jahrzehnten die Lasertechnik und damit die Operationsmöglichkeiten enorm weiterentwickelt. Die neue ReLEx Smile Methode wird, so Wiltfang, die Operationsmethode der Zukunft sein. In der Fachwelt wird ReLEx Smile noch kontrovers diskutiert. "International bekannte Experten, wie Professor Seiler aus Zürich, finden diese Operationstechnik durchaus interessant, nur wäre die Lasertechnik hierfür noch nicht optimiert", zitierte Wiltfang seinen geschätzten Fachkollegen.

Passend zum Thema des Vorredners beleuchtete der Flugmediziner Dr. Hans Brandl aus Fürstenfeldbruck die Auswirkungen von Druckunterschieden beim Fliegen auf das Auge. Kurzweilig demonstrierte Brandl, welchen Belastungen Hornhaut und Netzhaut beim Fliegen ausgesetzt sind und wie sich der Augeninnendruck, z.B. beim Piloten-Training in der Zentrifuge, verändert. Brandls Vortrag, gespickt mit lebendigen Bildern und teils humorvollen Geschichten, sorgte für viel Interesse und Heiterkeit beim Publikum.

Physik contra Chemie

Mit Dr. Meyer-Schwickerath trat der neue ärztliche Direktor der Augenklinik Ahaus an das Rednerpult. Schon seit vielen Jahren forscht Meyer-Schwickerath an Therapiemöglichkeiten für Netzhauterkrankungen mittels Laser. "In Einzelfällen konnten wir revolutionäre Ergebnisse erzielen" resümierte Meyer-Schwickerath. "Wir stehen aber immer noch am Anfang unserer Forschung." Dem gleichen Thema, aber mit ganz anderem Ansatz, widmete sich Dr. Sibylle Winterhalter. Winterhalter erforscht an der Charité-Universitätsklinik Berlin die Wirkung verschiedener Medikamente auf altersbedingte Netzhautveränderungen. Winterhalter und Meyer-Schwickerath waren sich einig, dass beide Therapieansätze ihren Platz in der Netzhauttherapie haben werden.

Operieren in Uganda

Seit über drei Jahren engagiert sich Dr. Ralf Gerl mit seinem Team in Uganda. Mit außerordentlichem Engagement und Unterstützung großzügiger Spender konnte eine Augenklinik etabliert werden. In seinem beeindruckenden Vortrag und einer unter die Haut gehenden Filmdokumentation warb Gerl bei seinen Kolleginnen und Kollegen für das Projekt, das auch künftig eine Erweiterung durch den Lions-Club erfahren soll: "Mittelfristig können wir die Einsätze vor Ort nicht mehr alleine stemmen. Ich kann Ihnen versichern, dass Sie trotz großer Mühen und auch des eigenen finanziellen Einsatzes für Flugkosten und Arbeitszeitausfall unvergessliche Erfahrungen machen werden".

Hohe Ansprüche

"Wenn wir heute in Deutschland über eine Graue Star Operation sprechen, warten ganz andere Ansprüche auf uns Operateure als noch vor einigen Jahren", leitete Professor Gerd Auffahrt, Ordinarius und Chefarzt an der Universitätsklinik Heidelberg, seinen Vortrag ein. Auffahrt gab einen umfassenden Einblick über das große Angebot an modernen Sonderlinsen. "Die auf die Kunstlinsen-Herstellung spezialisierten Firmen reagieren relativ schnell auf die steigende Anspruchshaltung der Patienten, erklärte Auffahrt. Zum Beispiel können heute für 90 % der Patienten mit Hornhautverkrümmung passende torische Linsen ohne lange Lieferzeit bestellt werden. So kann fast jede Hornhautverkrümmung bei der Grauen Star Operation mit korrigiert werden. Ganz nach Patientenbedarf kann die Sicht in die Ferne, die Nähe oder den Zwischenbereich, wie er bei der Computerarbeit benötigt wird, optimiert werden. Für Patienten mit Netzhautveränderungen gibt es heute Speziallinsen, die die früher notwendigen Vergrößerungsgläser zum Lesen weitestgehend ablösen können. "So different die Patientenbedürfnisse sind, so groß ist inzwischen das individuelle Angebot an hervorragenden Linsen, wobei die Entwicklung natürlich weitergeht", beendete Auffahrt seinen interessanten Vortrag.

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