Neidische Blicke
Augenklinik Ahaus hat feste Verträge mit niederländischen Kassen
Euregio/ZGM, vom 23.09.2008
Vom „ausländischen" Erfolg der Augenklinik in Ahaus können die Krankenhäuser im Grenzgebiet nur träumen: Jährlich finden sich hier 2000 Niederländer zu Beratungen, Kontrollen oder zur Einholung einer zweiten Meinung ein. In jedem Jahr werden dort über 300 niederländische Patienten operiert.
Mit steigender Tendenz, meint Betty Graauw, niederländische Mitarbeiterin der Klinik. „Die Niederlande sind für uns ein Wachstumsmarkt."
Die moderne Augenklinik in Ahaus ist die drittgrößte ihrer Art in Deutschland. Sie nimmt eine Vorreiterrolle bei der Anwendung neuer Entwicklungen ein. 13 Ärzte, jeder mit eigenem Spezialgebiet, von denen acht operieren, arbeiten hier. 30 000 Patienten aus ganz Deutschland kommen jährlich in die Sprechstunden; 9000 Operationen werden in Ahaus durchgeführt.
Was die Krankenhäuser in der Grenzregion regelrecht neidisch macht, ist, dass die Augenklinik für die Behandlung niederländischer Patienten feste Verträge mit einigen niederländischen Krankenkassen wie Menzis, Achmea und Ohra Delta Lloyd abgeschlossen hat.
„Zu den anderen Krankenversicherungen haben wir ein gutes Verhältnis", so Graauw. „Wir brauchten aber schon einen langen Atem. Es lief darauf hinaus, dass wir uns dem Vergütungssystem der niederländischen Kassen angenähert haben."
Niederländische Krankenversicherungen seien nicht einfacher oder schwieriger als deutsche, sagt sie. „Die niederländischen sind eher pragmatisch, deutsche halten sich stärker an die Vorschriften."
Die Augenklinik gilt als kommerzielle Einrichtung, mehr oder weniger als Privatklinik. „Wir sind hier alle daran interessiert, dass die Klinik gut läuft. Denn dann kann man auch wieder in neue Geräte und Entwicklungen investieren. Ich glaube, dass wir uns hierin von vielen niederländischen Krankenhäusern unterscheiden. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es vielen niederländischen Krankenhäusern egal ist, ob Patienten bei der Sprechstunde Wartezeiten von 90 Minuten und mehr in Kauf nehmen müssen oder dass es monatelang dauert, bevor ihnen geholfen wird. Das können wir uns nicht erlauben." Rindert Paalman
Sie haben eine Frage?


